Erfahrungsberichte von Eltern

Gregor Ludwig, geb. 21.12.2015

Wie bereits zuvor mit unserem ersten Kind, habe ich mich mit HypnoBirthing auf die Geburt unseres Sohnes vorbereitet. Anders als bei der letzten Schwangerschaft ging ich dieses Mal viel befreiter in diese Zeit. Ängste die mich bisher beschäftigten, waren auf Grund unserer ersten, guten, Geburt kein Thema mehr. So konnte ich mich von Anfang an ungehindert auf die Geburt freuen. So machte ich konsequent meine Atemübungen, hörte die Regenbogenentspannung und beschäftigte mich noch intensiver mit den Affirmationen, in dem ich mir eigene, zu mir passende, formulierte. Mir war klar, dass ich zu Hause gebären wollte und suchte daher Kontakt zu anderen Hausgeburtseltern und las

zur Vorbereitung viel Literatur dazu.

Gemeinsam mit meinem Mann machte ich einenAuffrischungskurs, auch die Angstbefreiungshypnose durfte nicht fehlen. Nach mehr oder weniger langen Wochen des Wartens war es dann endlich soweit. In den Tagen vor der Geburt übte mein Körper für den Ernstfall. Und er tat dies so gut, dass ich am Tag der Geburt lange nicht bemerkte dass sich unser Baby bereits auf den Weg gemacht hatte. So verbrachte ich den Nachmittag mit meiner Familie, einer Freundin und deren Sohn bei bitterkaltem Wetter auf dem Spielplatz. Ich atmete bereits in der Wellenatmung und beschwerte mich dass der Kopf unseres Babys tief liege und unser Sohn doch nun endlich kommen könne. Meine Freundin lachte und meinte, dass solche Kommentare in letzter Zeit in regelmäßigen Abständen kommen würden. Allerdings glaubte ich derzeit noch nicht an die bevorstehende Geburt. Meine Freundin akupunktierte mich noch und danach gingen wir nach Hause.

Um mich und unsere Tochter abzulenken, besuchten wir am Abend spontan ein Weihnachtskonzert. Dort konnte ich mich richtig gut entspannen und ruhig, ganz für mich, lange und langsam atmen – immer noch nichts ahnend, aber inzwischen hoffend, dass es nun endlich soweit sei!

Gegen 22 Uhr wollten wir uns schlafen legen, da bemerkte ich, dass ich nicht mehr liegen konnte und wechselte daraufhin in die Badewanne um zu entspannen. Mein Mann und unsere Tochter schliefen und ich hörte die von mir vorbereitete Geburts-CD und lies mich ganz auf den Moment ein. Die Wellen kamen und gingen und ich nahm alles so hin wie es war. Die Regenbogenentspannung wollte ich nach den letzten Monaten nicht mehr hören, also konzentrierte ich mich auf das Visualisieren. Die vorbereiteten Kerzen zündete ich nicht an, denn sie sollten ja für die Geburt bereit stehen.

Um 00:30 Uhr weckte ich meinen Mann, da ich das Gefühl hatte, dass heute der Tag sei. Wie lange es noch gehen würde: keine Ahnung! Wir riefen meine Mutter an, dass unsere Tochter nun wie ausgemacht zu ihr kommen würde und mein Mann brachte sie zu ihr. Während dessen informierte ich unsere Hebamme, die Wellen kamen bereits alle zwei Minuten, ich hatte auch schon einen anderen Atemrhythmus. Als ich dann alleine zu Hause war, stellte ich fest, dass das Mittönen sehr angenehm war und ich konnte nun richtig loslassen. Unsere Hebamme machte sich sofort auf den Weg und mein Mann traf ungefähr zur selben Zeit wie sie bei uns ein.

Bei der ersten und einzigen Untersuchung war ich besorgt dass es noch nicht soweit sei.

Verschiedene Geburtsberichte hatten sich in mein Gedächtnis gebrannt und ich wollte gar nicht wissen, wie weit der Muttermund geöffnet ist. Innerlich wusste ich, dass es nicht mehr lange dauern konnte. Ich atmete bereits intensiv, mir war etwas kalt und flau zumute und dann meinte die Hebamme: „Ich geh nirgends mehr hin, wir bekommen heut’ noch ein Kindlein!“

Ich lachte vor Freude und war voll motiviert. Die Herztöne unseres Kindes wurden einmal abgehört und ich konnte selber feststellen dass es unserem Sohn sehr gut ging. Danach wollte ich wieder aufstehen, denn mein Körper arbeitete immer kraftvoller, so daß ich nicht mehr liegen oder sitzen konnte. Denn im Gegensatz zu meiner sanften langsamen ersten Geburt durfte ich nun erfahren wieviel Kraft mein Körper ohne mein Zutun aufbringen konnte. Ich schwitzte sehr und gab mich den Wellen hin. Zwischen den Wellen entspannte ich und wiederholte innerlich meine Affirmationen. Ich redete auch laut und leise mit unserem Baby.

Um 03:14 Uhr war es dann soweit. Unser Sohn schob sich aus eigener Kraft in unsere Welt. Ich konnte seine Händchen und Füsschen spüren, was ein unglaubliches Gefühl war! Dann lag er ganz still, mit offenen neugierigen Augen vor uns und schaute sich um. Es war einfach nur wunderschön zu sehen, wie er in diesem unglaublichen Moment der Ruhe und Stille in gedimmtem Licht vor uns lag und vollkommen zufrieden war.

Dann nahm ihn mein Mann auf und gab ihn mir in die Hände. Ich war so präsent und ganz in diesen ersten Augenblick mit meinen Sohn vertieft – und ich wusste, dass alles richtig war so wie wir unsere Geburt geplant hatten. Zu Hause, mit dieser tollen Hebamme, ohne fremde Personen. Nur wir.

Danach wechselten wir aufs Bett. Unser neues, liebes Baby auf meinem Bauch, wo es auch sofort seinen Weg zur Brust fand und mit ein wenig Hilfe gleich zu trinken begann – und nicht mehr aufhören wollte! Die Plazenta, inklusive einer Nebenplazenta, wurde geboren. Ich fühlte mich nun komplett befreit und genoss dieses ‚leere’ Bauchgefühl und den Platz den ich wieder hatte. Nach dem Auspulsieren der Nabelschnur wurde sie von meinem Mann durchtrennt.

Anschließend durfte unser Kind mit seinem Vater kuscheln. Auch dies war ein unwiderbringlicher Moment, den wir nur zu Hause erleben konnten.

Unser Sohn wurde nicht angezogen, sondern blieb so wie er war bei uns. Später wurde ich von der Sonne geweckt, es war sehr ruhig und still im Zimmer. Vater und Sohn schliefen neben mir und ich war voller Freude und Energie!